75dm.com / Creative Writing / Kurzgeschichten / Bist du allmächtig? (3/3)

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Ziemlich betrübt senkte der Mensch seinen Kopf, und fing an von Gottes Schoß herunter zu klettern und sagte dabei zu sich selber: "Na toll, da sehe ich das erste mal meinen Schöpfer von Angesicht zu Angesicht, und das einzige was ich mache ist ihm sinnlose Fragen zu stellen."
"Na, jetzt bist du aber etwas hart mit dir." versuchte Gott den Menschen aufzubauen. "Als du vorhin auf meinen Schoß geklettert bist, hattest du da das Bedürfnis zu wissen, ob ich einen Felsen erschaffen könnte, der so schwer ist, daß nicht mal ich ihn mehr heben könnte? Und hat es dich interessiert, ob ich auch auf sinnlose Fragen eine Antwort habe?"
"Ja!" sagte der Mensch "vorhin wollte ich es wissen."
"Und hast du immer noch das Bedürfnis es zu wissen?" fragte Gott weiter nach.
"Nee! Jetzt ist es mir eigentlich egal."
"Na siehst du," sagte Gott lächelt mit einem Zwinkern in den Augen, "dein Wissensdurst wurde also gestillt, und das ist doch der Sinn einer Frage."
Der Mensch nickte zustimmend.
"Siehst du, eigentlich, wie alle anderen Menschen, die hinter dir in der Schlange standen, auf einmal ganz unruhig sind?" fragte Gott den Mensch. "Sie wollten mir alle die gleichen Fragen wie du stellen, und überlegen sich jetzt, was sie mich stattdessen fragen können."
Der Mensch kam sich nicht mehr so blöd vor, und während er hinter die Absperrung ging, um dort stehen zu bleiben, um Gottes Antworten auf die Fragen der anderen Menschen zu hören erzählte dieser noch: "Übrigens, das Tier, das am lautesten pupsen kann ist der Quetschopotscho. Es ist ein winziger Halbaffe, der überaus flink ist. Die überflüssigen Gase im Magen und im Darm drückt er mit einer solchen Geschwindigkeit aus seinem Körper, daß dabei die Schallmauer durchbrochen wird, was natürlich ziemlich laut ist."

Der erste Tag der offenen Tür im Himmel war ein voller Erfolg. Keiner ging, bevor der letzte seine Frage gestellt hatte, denn es war total spannend und unterhaltend. Es wurde viel gestaunt und gelacht.

Als 2-ter durfte übrigens der 327-ste in in der Schlange seine Frage stellen. Er hatte sich als 2-ter auf den Weg zum Tag der Offenen Tür gemacht, doch da er ein gebrochenes Bein hat und nur auf Krücken humpeln konnte, standen 326 andere vor ihm in der Schlange.

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