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Die Grashüpfermäuse
und der gigantische Riesentausendfüßer




Es war am frühen Abend. Die Sonne stand schon tief und die kleine Grashüpfermaus Greg spielte mit seinem grossen Bruder Gordon, ein paar Eichhörnchen, Erdhörnchen und Hamstern „Ruppige Nuss”, bei der 2 Teams versuchen eine Haselnuss auf ihre Seite in die Heimzone zu bringen. Die Mädchen standen am Spielfeldrand und guckten zu. Eigentlich sollten sie ihre Brüder anfeuern, das war zumindest die Meinung der Jungs, doch stattdessen schmollten die Mädchen nur, weil die Jungs sie nicht mitspielen liessen.„Ruppige Nuss ist nur was für richtige Männer”, sagten die Jungs immer.




Wie fast immer führte Gordon's Team. Aber wirklich nur knapp. Greg war in dem anderen Team, denn es wäre ungerecht, wären die beiden Grashüpfermäuse in der gleichen Mannschaft, da hätten die anderen ja keine Chance gehabt. Grashüpfermäuse sind nämlich richtig wilde und gefährliche Kämpfer, was sie auch sein müssen, denn Grashüpfermäuse ernähren sich von Grashüpfern und anderen Insekten und bevor sie diese essen können, müssen sie diese erst einmal jagen, fangen und erlegen.




Die Jungs waren mit voller Konzentration und ganzem Körpereinsatz im Spiel, als plötzlich Greg's Schwestern ein Uuuiiiiiiiiiiiiiii heulten und die anderen Mädchen aufschrien und in Panik davon liefen.
Die Jungs blieben verwirrt stehen und Herbert Hamster liess sogar die Haselnuss fallen. Greg's Schwestern standen mit dem Rücken zu den Jungs und starrten den Spielfeldhügel hinunter. Dann spürten alle wie die Erde bebte und hörten das Getrampel von tausenden von Füssen und es war allen klar, was da kam. Bis auf Greg und Gordon liefen nun auch alle Jungs davon. Doch die beiden Grashüpfermäuse gingen zu ihren Schwestern rüber und konnten von dort dann auch den gigantischen Riesentausendfüsser sehen, der den Hügel auf sie zugerast kam.




„Bleibt immer schön hinter mir.” hörten die jungen Grashüpfermäuse die ruhige Stimme ihres Vaters Graham, der sofort herbeigeeilt kam, als er das Heulen seiner Töchter Gretel und Glenda gehört hatte. Herr Grashüpfermaus drückte sich flach auf den Boden und pirschte sich vorsichtig dem heranrasenden Riesentausendfüsser entgegen und liess diesen nicht aus den Augen.
Der Riesentausendfüsser kam immer näher und näher, wurde dabei aber langsamer. Er schlängelte sich etwas nach links, worauf Papa Grashüpfermaus sich in die gleiche Richtung bewegte und mit einem grimmigen Blick dem Tausendfüsser tief in die Augen starrte, bereit diesen jederzeit anzuspringen.




Nun bewegte sich das riesige Biest nach rechts und auch hierhin folgte ihm Herr Grashüpfermaus. Es war klar, dass der Tausendfüsser den Vater umgehen und sich über dessen Kinder hermachen wollte. Obwohl die Kinder von Herrn Grashüpfermaus schon sehr mutig waren, so waren sie bisher noch nie mit auf der Jagd gewesen, denn dafür waren sie noch zu jung. Die jungen Grashüpfermäuse bekamen allmählich Angst, da sie mittlerweile die grossen und kräftigen Giftzähne des Tausendfüssers erspäht hatten, obwohl dieser noch ein gutes Stück von ihnen entfernt war und zwischen ihnen schützend ihr Vater stand.




Vater Grashüpfermaus näherte sich langsam der Bestie und wollte gerade den Angriff starten, als plötzlich Grace Grashüpfermaus, seine Frau, an ihm vorbeischoss.„Beschütz die Kinder!” rief Frau Grashüpfermaus ihrem Mann zu und mit einem grossen Satz sprang sie über den Riesentausendfüsser herüber und gab ihm dabei einen kräftigen Faustschlag zwischen die 2 Augenpaaren. Wütend schnellte der Riesentausendfüsser herum und schnappte mit seinen kräftigen Giftzähnen nach Mama Grashüpfermaus, doch diese wich geschickt zurück und gab dem Biest einen Schlag ins Genick.




Herr Grashüpfermaus wandte sich kopfschüttelnd von der Kampfszene ab und murmelte:„Beschütz die Kinder! - Was glaubt meine Frau denn was ich hier gemacht hab? Mit dem Essen gespielt?
Immer muss sie sich dazwischen drängeln. Warum vertraut sie mir nicht mehr? Ich hätte ihn doch ohne weiteres geschafft. Wahrscheinlich denkt sie, ich kann nur gut den Kindern Geschichten erzählen.” Frustriert ging Vater Grashüpfermaus den Hügel rauf und stellte sich zu seinen Kindern, die gebannt das Geschehen verfolgten und die Kampfkünste ihrer Mutter bewunderten.




Der Tausendfüsser schnappte immer wieder mit seinen gefährlichen, grossen und kräftigen Giftzähne nach Frau Grashüpfermaus und versuchte vergeblich mit vollem Körpereinsatz diese zu rammen. Doch sie wich dem Biest immer wieder geschickt aus und traf ihn dafür mit gezielten Schlägen und Tritten. Dann sprang Frau Grashüpfermaus seitlich gegen das riesige Ding und schleuderte es somit durch die Luft. Durch den Aufprall etwas benommen, stürmte es auf die Grashüpfermaus zu. Doch diese blieb zunächst ruhig stehen, sprang dann plötzlich hoch, schlug im Sprung dem Tausendfüsser mit der Faust wieder zwischen die Augen und drehte sich dabei um sich selbst und den Tausendfüsser. Als ihre Beine wieder den Boden berührten, biss sie dem Ding kräftig in den Nacken. Ein paar Bisse mehr und Mama Grashüpfermaus hatte gesiegt. Sie stellte einen Fuss auf die erlegte Kreatur, legte den Kopf in den Nacken und stimmte ihr Siegesgeheul an. Uuuiiiiiiiii! Schnell gesellten sich die jungen Grashüpfermäuse zu ihrer Mutter und gemeinsam heulten sie den Mond an, der sich gerade blicken liess. Uuuiiiiiiiii! Uuuiiiiiiiii! Uuuiiiiiiiii!




Langsam schlenderte Papa Grashüpfermaus den Hügel herunter. Als er seine Frau erreichte, sagte er gekränkt:„Das hätte ich auch gekonnt!”
„Aber natürlich hättest du das auch gekonnt!” kam die etwas verwirrte Reaktion seiner Frau.
„Ja und warum hast du mich dann nicht gelassen?” fragte der Vater trotzig.„Ich hatte doch alles im Griff! Aber dann kamst du hier so wild angebraust, gibst mir Befehle und hast mich einfach zur Seite gedrängt.”
„Zur Seite gedrängt?” wunderte sich Frau Grashüpfermaus.„Aber Spätzle, wir stehen doch nicht in Konkurrenz zueinander. Wir sind doch ein Team! Gut, vielleicht könnte man schon sagen, dass ich mich vorgedrängt hätte, doch wenn unsere Kinder in Gefahr sind, kann ich mich einfach nicht mehr zurück halten!”
„In Gefahr?” hackte Herr Grashüpfermaus gekränkt nach.




„Ach mein Mäusespätzle, du musst nicht alles auf die Goldwaage legen” sprach die Mäusefrau und fing dann doch an zu ahnen, dass Herr Grashüpfermaus sich in der Ehre verletzt fühlte.„Da du bei ihnen warst, waren sie natürlich nicht in Gefahr! Aber das Ding hatte sie bedroht und bei so was kenn ich kein Pardon. Ich kann da einfach nicht so besonnen bleiben wie du.” schmeichelte sie ihm.„Deshalb brauch ich dich ja so dringend, damit du mir den Rücken freihältst. Das ist doch ein Zeichen, dass ich dir vertraue, denn ich weiss doch, dass bei dir unsere Kinder in Sicherheit sind.”
„Und ich hatte schon das Gefühl, dass ich nur gut genug bin, die Kinder ins Bett zu bringen und ihnen von den Abenteuern von Antonie Ameise oder Bianca Honigbiene zu erzählen.” sagte der Papa und war in seinem Stolz nicht mehr ganz so verletzt.
„Nein, mein Mäusespätzle,” schmeichelte Frau Grashüpfermaus ihrem Mann.„Du kannst viele Sachen gut! Aber keiner kann so gut wie du die Geschichten von Antonie Ameise oder Bianca Honigbiene erzählen. Was wohl auch daran liegt, dass du sie am besten kennst, schliesslich hast du sie dir alle so wunderbar selbst ausgedacht.”




An dem Abend assen die Grashüpfermäuse keine Grashüpfer sondern Riesentausendfüsser zum Abendbrot. Das Gute am Essen von Riesentausendfüsser ist, dass es nie Streit um die Keulen gibt.
Zu Bett wurden die Kinder dieses Mal von beiden Grashüpfermaus Eltern gebracht und der Papa erzählte noch eine Geschichte von Bianca Honigbiene, die er sich gerade frisch ausgedacht hatte.
übrigens liessen die Jungs die Mädchen von dem Tag an auch bei„Ruppige Nuss” mitspielen.



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